„Panzl hatte die Suite op. 133 von Castelnuovo-Tedesco und die 'Caprice En Forme de Valse' von Paul Bonneau ausgewählt. Er beeindruckte mit der brillanten Beherrschung seines Instruments, verstand es, die klangliche Finesse und Schönheit des Vibraphons den Zuhörern schmackhaft zu machen.“
Elisabeth Aumiller | Reichenhaller Tagblatt
„Sanft, wie das Herannahen des Windes klingt die Marimba unter Panzls Spiel zu Beginn, steigert sich zu schnellen Rhythmen, von Panzl meisterhaft zu Spannung und Klangstärke geführt, offenbart ihre unwahrscheinlich breite Dynamik, vom kaum hörbaren Federschwingen bis zum Glockenturm-ähnlichen Getöse.“
Marcus Vitolo | Kulturvision
„Größte Begeisterung entlockte nochmal den 3. Satz von Castelnuovo-Tedescos Suite als Zugabe und beendete eine musikalische Darbietung von Weltniveau.“
Marcus Vitolo | Kulturvision

David Christopher Panzl begeistert in Tegernsee

09.06.2012

Vibraphon Marimbaphon Solorecital mit Werken von Abe, Shih, Cheung, Lobos und Castelnuovo Tedesco

Ein Solo-Schlagwerk-Abend, gibt es das?

Zum Konzert des 27jährigen Ausnahmekünstler David Christopher Panzl im Tegernseer Barocksaal stellte die Frage der anwesende taiwanesische Komponist Shih.Dem „Podium für junge Solisten“ ist es gelungen, diese Frage mit einen jungen Virtuosen, einer selten solistisch auftretende Instrumentengattung, oder wie Herr Shih sagte, „der Würze auf dem ansonsten servierten Gericht“, und einer Uraufführung kongenial zu beantworten. Herausgekommen ist ein faszinierendes, phänomenales Konzerterlebnis. Die großen Instrumente, das metallene Vibraphon und das Marimbaphon mit ihren Holzklangstäben, über Eck auf der Bühne stehend, reizten die Neugier des Publikums überaus. In die Wiege gelegt wurde ihm die Begeisterung für die Schlagzeuginstrumente , erzählt David Christopher Panzl, von seinem Vater, Profi-Schlagzeuger am Orchester in Bad Reichenhall. Zuhause war das Instrumentarium vorhanden, und als ihm von der kleinen Trommel an bis zu Röhrenglocken, Becken aller Art und javanesischer Gong alles bekannt war, hat er doch noch nach der Melodie gesucht. Die Verknüpfung von Melodie und Schlagtechnik erfüllt sich idealerweise in der Marimba, sagt Panzl.

Erstes Stück wurde eine Komposition seiner japanischen Lehrerin Keiko Abe, die Marimbavirtuosin schlechthin, welche zur Entwicklung und Verbreitung des Instrumentes Grundsätzliches beigetragen hat.

„Variation on japanese Childrensongs“

Sanft, wie das Herannahen des Windes klingt die Marimba unter Panzls Spiel zu Beginn, steigert sich zu schnellen Rhythmen, von Panzl meisterhaft zu Spannung und Klangstärke geführt, offenbart ihre unwahrscheinlich breite Dynamik, vom kaum hörbaren Federschwingen bis zum Glockenturm-ähnlichen Getöse.

Original für Gitarre, und von David Christopher Panzl für Vibraphone arrangiert, erklang die Suite d-Moll Op. 133 in drei Sätzen von Mario Castelnuovo-Tedesco, italienischer Pianist und Komponist, vor allem von Filmmusik des 20. Jahrhunderts. Bewegt im ersten Satz, verträumt beginnend und rasant abschließend im 2., tänzerisch dann immer intensiver im letzten Satz, ließ Panzl die Klangnatur des Vibraphon mit atemberaubender Technik aufleben.

Nun erläuterte der sympathische österreichische Perkussionist dem Publikum charmant seine Lieblinge, und ließ mit verschiedensten, verblüffenden Spieltechniken, z.B. mit einem Kontrabassbogen, in der üblichen Spielweise mit vier Schlägeln, 2 pro Hand, und der schwierigeren mit 6 Schlägeln, ihren Klangzauber wirken.

Der Komponist Shih erzählte von seiner Begegnung mit dem jungen Virtuosen, von der Entstehung seines Stückes in gemeinsamer Arbeit, und las sein dazugehöriges Gedicht vor. Uraufführung wurde also „Ein Takt für sechs Schlagzeuge und ein Schlagwerker“ von Shih. Berührend und aufwühlend ertönt die letzte Erinnerung an die Mutter vor ihrem Tode, ein Bild von hellem Licht, von einem Fenster vor Pappeln und dem verklärten Blick der Mutter, von der Spielkunst David Panzls klangbildlich mit zusätzlichen Becken, Congas, Holzblöcken und Bongos erweckt. Keiko Abes „Itsuki Phantasy for six mallets“, eine Fantasie für sechs Schlägel, beeindruckte die Zuhörer ungemein, sowie die drei folgenden Stücke von Villa-Lobos. Aus der Tiefe wächst unheimlich die Musik der Etüde Nr. 1 heraus , die in bewegten Arpegen tanzt, akkordisch, schreitend und dominant die Etüde Nr.8, und die Melodie variierend das Prelude Nr.2 . Berauschender Abschluss die Etüde in e-Moll von Pius Cheung, ein Stück spätromantischer Inspiration in Anlehnung an Rachmaninoffs Stil, mit überwältigender Virtuosität und Klanglust.

Größte Begeisterung entlockte nochmal den 3. Satz von Castelnuovo-Tedescos Suite als Zugabe und beendete eine musikalische Darbietung von Weltniveau.

Text: Marcus Vitolo, Kulturvision

Weitere Informationen finden Sie hier.

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